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Einführung Internet-Kunstausstellung von Otto Bachmann  

zu der Ballade «Treulieb, Treulieb ist verloren» von Clemens Brentano und zu Goethes Faust I

Zu welchem Zeitpunkt  die Ballade “Treulieb, Treulieb ist verloren“ von Clemens Brentano entstand ist nicht bekannt. Otto Bachmann (*1915 Luzern/Schweiz † 1996 Losone/Ascona/Schweiz) verstand es, sich mit seinen Original-Lithografien und Zeichnungen diesem Thema in brillanter Form zu widmen. Seine zeichnerischen Fähigkeiten hat er nicht nur in dieser Ballade bewiesen, so hat er mit den Lithografien zu Goethes Faust I, die er von 1941 bis 1942 auf den Stein brachte seinen internationalen Durchbruch erzielt. Von den 7 Original-Lithografien auf China-Seidenpapier, Editeur Morgarten-Verlag, Conzett & Huber, Zürich, die er zu Faust 1 von Goethe fertigte, sind in dieser Internet-Ausstellung 3 Arbeiten zu sehen die in einer Auflage von jeweils 50 Exemplaren, und zwar die Walpurgisnacht von 1941, Nacht offenes Feld von 1942 und Gretchen im Kerker von 1941.  

Clemens (Maria) Brentano  (*1774 Ehrenbreitstein 1842 Aschaffenburg) ist der faszinierendste unter den Schöpfern und Dichtern der späteren deutschen Romantik. Seine Ballade «Treulieb, Treulieb ist verloren» steht vor uns mit der Selbstverständlichkeit des vollendeten Kunstwerks. Treulieb, die triebbesessene "Dirne", wird für den Dichter zum Symbol weiblicher Lebensverbundenheit weit jenseits aller bürgerlichen Form und Begrenzung. 

Und der sie treu liebende und auf allen Wegen und Abwegen amouröser Abenteuer bis ins Nekrophile und  Satanisch-Metaphysische beständig verfolgende Dichter wird neben ihrer Gestalt zum Symbol eines verengenden, zwingenden und vergewaltigenden Liebesbegriffs. Indem der Dichter sich selbst als den Träumer darstellt, der einer verstiegenen Illusion über die Geliebte bis zuletzt nachjagt, gelingt es ihm, das tragische Ende ins Ironische abzumildern und seiner Dichtung den weise versöhnlichen Ton zu geben, den sie in der Erinnerung des Lesers zurücklässt. 

Freilich sind weder der Mann in seiner übermenschlichen Treue noch die Frau in ihrer über alle Moral und alles Böse erhabenen Unberührbarkeit ohne Größe. Darin ist die Ballade von Treulieb ungemein modern, dass sie menschliche Möglichkeiten bis in letzte Konsequenzen hinein durchgestaltet. Hans Terwege.

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