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Margarete Hannsmann, war die Lebensgefährtin von Grieshaber hatte zu den den Gedichten "Das andere Ufer" einen utopisch -idealen, imaginären Ort vor Augen. Ihre Lyrik ist stets engagiert, ohne deshalb jemals zur Agitationslyrik zu verflachen. Ob es um deutsche Landschafts- oder Städtebilder geht oder um kritische Darstellungen geht, immer signalisieren Ihre Gedichte Freiheit und Menschlichkeit.
HAP Grieshaber hat seine überragende Kunst mit 16 Briefzeichnungen und 16 Original-Holzschnitten in den Dienst zu der Lyrik von Margarethe Hannsmann gestellt. (Edition Claassen 1972, Hamburg und Düsseldorf)
In der vergriffenen Ausgabe von HAP Grieshaber, schreibt Margarete Hannsmann im Vorsatz zu dem Titel: Landschaft
Mythenzeugende
nährende
fressende
mythenverdauende
wiederkäuende
mythengedünkte
noch unzerstörte
Landschaft
37 Original-Holzschnitte - HAP Grieshaber von 1970 zu den Gedichten und zur Prosa von Margarethe Hannsmann, Editeur: Claassen, Hamburg und Düsseldorf.
Margarete Hannsmann schreibt, zu einer Zeit, als viele Leute, denen es gut oder schlecht gegangen war, nur noch von Auto zu Auto umstiegen, spielte ich Kasperltheater für ihre Kinder. Sie sammelte Annoncen als Akquisiteuse und handelte mit ausgestopften Füchsen, Nachtigallen, Kehlköpfen und Kunststoffherzen.
Wie in das Netz die Biene fliegt am Faden eine Raupe klimmt Ich sitz mit meinem Schatten still.Zwei Ausgaben mit der Lyrik und Prosa von Margarethe Hannsmann nebst Holzschnitt gri037 sind noch vorhanden.
Grieshaber schreibt, jahrelang habe ich Akte gezeichnet, da man das zum Künstler braucht. Man lehrte mich ein Scheinkontur vom Scheitel bis zur Sohle fließend herunterzuziehen. Ich hatte erfahren, wie reich der menschliche Körper ist und wie vielseitige Formerfindung es braucht, dass ein langes Leben fast nicht ausreicht, um ein Menschenbild zu schaffen. Da schlug die Stunde der Rache.
Die ersten Studienjahre lägen hinter mir. Ich hatte Gelegenheit, Unterricht im Aktzeichnen zu geben. Es war das, was man einen Abendakt nennt. Er wurde besucht von Briefträgern, pensionierten Eisenbahnbeamten, Rechtsanwälten, Zahnärzten, Vermessungstechnikern, Herren vom Finanz- und Zollamt, Malermeistern und Gewerbeschulräten oder deren Frauen. Auch eine Modistin erschien, ein Graphiker und einige ebenso hilflose Jünger der Kunst, wie ich selber einer gewesen war. Dieser Abendakt war eine altehrwürdige und wohlgelittene Einrichtung, sozusagen der Musentempel der Stadt.
An drei Abenden der Woche herrschte eine eifrige Stille, man hörte nur die Kohle, die vom Scheitel bis zur Sohle fließend die Papierbahn hinabglitt. Nach kurzer Zeit konnten sie es alle. Eines Tages wurde der Vorsteher, der die Modelle besorgt hatte, krank. Es war auch Zeit. Ich hatte genug von den weiblichen Akten, und sie konnten es ja alle. Ich engagierte ein männliches Modell. Erstens ist es formreicher, das Gerüst strenger, zweitens das Ganze viel künstlerischer. Der Hausmeister warnte mich zwar, es sei bei ihm und seinem Vorgänger nicht vorgekommen, dass je ein männlicher Akt gestanden habe. Trotzdem. Die Kunstbeflissenen kamen, mein Mann vom Sportverein stand muskelprächtig da. Aber niemand zeichnete. Gut, ich sagte, was ich Wuste, zeichnete dem oder jenem ein strenges Gerüst und erwartete mit Spannung den nächsten Abend. Niemand kam. Auch am dritten Abend kam niemand mehr. Es war aus. Ich war entlassen. Damit fiel die letzte Wand, die mich vom Artisten und Gaukler trennte. Hans Terwege.
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