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Einführung

Mac Zimmermann  - Maler und Graphiker

geboren: 22.8.1912 in Steten,  
gestorben: 11. 6. 1995
1958 bis 1963 Professor an der Berliner Hochschule für Bildende Künste .
1964 bis 1981 Professor an der Münchener Akademie der Bildenden Künste war im Jahre 1976 der Mitbegründer der Künstlergruppe von Hans Terwege. 

Noch in den 40er Jahren wurde Zimmermann neben Edgar Ende,  Richard Oelze und Helmut Ullrich zum wichtigsten Vertreter der phantastischen Malerei in Deutschland, wobei er dem älteren Surrealismus näher steht als dem phantastischen Realismus der sogenannten Wiener Schule und der nachrückenden Generation. Ohne theoretische Festlegung, die er nie gesucht hat, erkennt Zimmermann die Möglichkeiten des psychischen Automatismus an, wie er 1924 von Breton im ersten surrealistischen Manifest definiert wurde; sein Schaffen ist jedoch weniger vom bloßen Spiel des Gedankens, dem dadaistischen Gen des Surrealismus, bestimmt, als vielmehr von der Allmacht des Traumes. Seine Bilder sind entgrenzte Bühnen der Phantasie, auf denen geisterhafte Wesen und Formen agieren, oft in scheinbar schwereloser, gleitender Bewegung. Traumhaftigkeit bestimmt vor allem die Beziehung der Figuren und Formen untereinander, die magisch-unterbewusste Thematik ihrer Begegnungen. In der Federzeichnung entwickelte Zimmermann eine zart strichelnde Technik, die aber nie skizzenhaft-emotional ausgreift, sondern die geschlossene, ja silhouettierte Form sucht. In seiner ersten surrealistischen Phase formte er aus teils realistischen, teils abstrakten Form-Elementen Figurinen von schwebender Eleganz, die sich mit- und ineinander zu Paaren oder Gruppen verbinden; charakteristisch sind dabei Verjüngungen nach oben, Schwellformen nach unten, oft auch gewundene, strähnige Strichlagen, mit denen Körper wie aus Draht geflochten scheinen. Später vereinzelt er diese Figurationen, wobei sich deren innere Struktur festigt; sie wird körperhafter und gewinnt vitale, grotesk-realistische Form. Flächigeren Ausdruck sucht er in der Lithographie, mit der er sich seit 1947 beschäftigt; mit wenigen, oft nur in sich abgestuften Farbtönen fasst er eine Vielfalt zeichnerischer Details zusammen. Im Gemälde, das Zimmermann mit altmeisterlich gewissenhafte Technik über einer sorgfältigen Untermalung auf Bolusgrund aus führt, neigt er zu warmen, dunklen Farben; oft herrschen erdige Töne vor. Die Figuration ist fast stets vordergründig gegen einer weiten, Endlosigkeit andeutenden Horizont gesetzt - gleichsam Assoziation, getragen von Intuition. In den 5Oer Jahren gestaltet er oft eine Welt aus Fragmenten, bizarren Formen und durchbrochenen Gebilden wie Debüt von 1954. In einer neueren Phase etwa seit 1960, dominiert nach wenigen, rasch verworfenen abstrakten Versuchen wieder die Figurenwelt seiner Zeichnungen grazile, gesichtslose Gestalten inszenieren ein intimes Traumspiele. Diese Bildwelt ist im Ursprung visionär. Zimmermann spricht einmal über die "vom Verstand kontrollierten Zufälligkeiten«; der Künstler müsse einen Sinn dafür haben, "Seltsamstes heraufzubeschwören«. Doch wäre es ein Irrtum, dahinter ein von Zeit und Umwelt gelöstes bloßes Spiel der Phantasie zu vermuten. Was hier seinen Ausdruck findet, ist durchaus symbolisch formulierte Ahnung und Erfahrung des Lebens in unserer Zeit. Die kritische Einfühlung, die dem zugrunde liegt, bestimmt auch die erfolgreiche Lehrtätigkeit Zimmermanns, von dessen Berliner Schülern sich vor allem Hinnerk Schrader (geboren 1932), Peter Collien (geboren 1938) und Reiner Schwarz (geboren 1940) früh durchsetzen konnten.

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