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Vom  DADAISMUS über den ABSTRAKTEN EXPRESSIONISMUS  zur  POP ART   AMERIKANISCHER KÜNSTLER

Diese Ausstellung soll zeigen, wie die Kunst in den Vereinigten Staaten von Amerika das Erscheinungsbild und die Ideengeschichte der Kunst des 20 Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt hat. Im Unterschied zur Europäischen Kunst, die ihre Höhepunkte durch den Kubismus, Expressionismus, Fauvismus, Dada bis hin zum Surrealismus in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erreicht hatte, verlief die Entwicklung in Amerika unter anderem durch so herausragende Künstlerpersönlichkeiten wie Man Ray und Robert Rauschenberg.  

Die Begegnung Marcel Duchamps (1881/1968) mit Man Ray gleich nach seiner Ankunft in New York war der Beginn einer engen Künstlerfreundschaft und schöpferischen Zusammenarbeit, die bis zum Ende des Lebens von Man Ray andauerte. Zusammen mit Francis Picabia(1879/1953) gründeten Man Ray und Duchamp die New Yorker Dada-Bewegung und mit Katherine Dreier(1877/1952) 1920 die >Société Anonyme in New York<, das erste Museum für moderne Kunst in den USA.

o       Man Ray: Photograph (siehe Abbildung ray01, ray02), Maler und Graphiker (siehe Abbildung ray003), drehte außerdem mehrere klassische Avantgardefilme. Als sich 1924 aus dem Dadaismus der Surrealismus entwickelte, gehörte Man Ray zu dessen Mitbegründern. Er nahm 1925 an der ersten Ausstellung der Surrealisten  in Paris teil, neben Pablo Picasso, Paul Klee und Hans Arp. Man Ray war Einzelgänger, eine gefeierte Berühmtheit, eine schwer einschätzbare aber sehr erfolgreiche Persönlichkeit. Er bemühte sich die traditionelle Kunst mit der Gebrauchs- und der kommerziellen Kunst zu verbinden.  

Noch einige amerikanischer Maler aus der frühen Periode seien erwähnt, nämlich

o       Alexander Calder: Seine erste Soloausstellung findet 1926 in der "Artists Gallery" in New York statt.  Calders der 1930 Mitglied der Gruppe "Abstraction-Création" wurde, sowohl wegen der berühmten "Mobiles" als auch seiner Gouachen und Lithographien (siehe Abbildung cal005, cal006, cal007). Kreise, Spiralen, Linien, kalligraphische Zeichen, Flecken und figürliche Andeutungen in Schwarz, Weiß, kräftigem Rot, Blau, Gelb füllen die an Miró erinnernden Blätter. 

Die verheerende Wirkung, die der Zweite Weltkrieg auf die europäische Kultur hatte, vor allem in Deutschland, stand hinter dem Entschluß, das intellektuelle Fundament des Schöpferischen neu zu errichten; das schien nur außerhalb der alten künstlerischen Traditionen möglich, die der Krieg fragwürdig gemacht hatte. Das Verlangen nach einem neuen schöpferischen Anreiz in Europa traf auf eine Phase überschäumender Vitalität in der amerikanischen Kunst, deren Ursache erst später verstanden wurde. Ermuntert durch privates und öffentliches Engagement und unter dem Einfluß rasch reagierender Kunsthändler, drehte sich die Strömung der Kunst und der künstlerischen Beeinflussung. Zum ersten Mal in der Geschichte begann sie sich von Amerika nach Europa hin zu bewegen. Maßgebend in den 50er Jahren waren die beherrschenden Werke des Abstrakten Expressionismus unter anderem von

o       Robert Rauschenberg (siehe Abbildung rau001 und rau002),  während etwa ab der Mitte der 60er Jahre gerade dieser Abstrakte Expressionismus schon wieder als altmodisch schien. Rauschenberg brachte später das bestehende Problem prägnant auf den Punkt: >Ein Abbildung sollte nicht nach etwas aussehen, was es nicht ist, sondern nach etwas, was es tatsächlich ist<, zum Beispiel aus der unmittelbaren Umwelt,  wie den alltäglichen  Gegenständen der Großstadtkultur und so weiter. Im Werk Rauschenbergs kam die ästhetische Funktion des Zufalls und der Uneindeutigkeit voll zur Entfaltung. 

Der in Deutschland geborene und ehemalige künstlerische Direktor eines großen Verlaghauses in München und von den Nationalsozialisten Vertriebene

o       Richard Lindner,  ließ sich 1941 in New York nieder und erwarb1948 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Zunächst arbeitete er als erfolgreicher Werbegraphiker für Vogue, alsdann unterrichtete Lindner am Pratt Institute in Brooklyn, New York. Lindner wurde wegen der erotischen Darstellungen von Figuren oft im Zusammenhang mit der POP-ART gebracht, obwohl seine literarischen und autobiographischen Entwürfe einen eigenen Stil beweisen (siehe Abbildung lin001, lin002, lin003).

§         Typisch für Lindner die eigene Interpretation seines Abbildunges „Die Straße“ von 1963 in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: >Ich glaube immer mehr an das heimliche Verhalten menschlicher Wesen. Vielleicht sind wir alle schöpferisch, wenn wir das Geheimnis unserer inneren Stimme lauschen. Es wird dabei keine Rolle spielen, auf welche Weise wir sie hörbar, machen<.  

o       Alfred Jensen, verwendete in seinen symbolischen Abstraktionen gern Schriftzeichen und Zahlen, zu denen ihn die Beschäftigung mit Goethes Farbenlehre, Leonardos Schriften und verschiedenen Zahlensystemen angeregt haben, die ihn aber auch in die Nähe von Rauschenberg brachten (siehe Abbildung jen002 und jen003), obwohl er einer älteren Generation angehörte. Bei analytischen Malweisen verwendet Jensen schachbrettartige und kreisförmige Muster und übermalt sie mit mystischen Zeichen (siehe Abbildung jen001).

o       Sam Francis, Maler des Abstrakten Expressionismus. Francis fertigt zahlreiche Lithographien (siehe Abbildunger frc001 bis frc007) an. 1959 beteiligt er sich an der >Documenta 2< und 1964 an der >Documenta 3<  in Kassel.  1969 verleiht ihm die University of California in Berkeley die Ehrendoktorwürde. 1978: Exposition Sam FRANCIS, peintures récentes 1976-1978 France, Paris, Centre Georges Pompidou / Mnam - Galeries contemporaines et Forum, expositions individuelles 

o       Kimber Smith, ein abstrakter Künstler und expressiver Tachist (siehe Abbildunger smi001 bis smi004). Sonderausstellungen: 1951,1952 und 1953 in der "New Gallerie in York" 1959 Klipstein & Kornfeld in Bern und in der Peridot Gallerie in New York. Literatur: Art Digest -Arts- 1958 Nr. 25.

o       Alfred Leslie, Er studiert an der Art Students League (1946) und bei Tony Smith an der New York University (1946-1948). In den fünfziger Jahren stellt er Abbildunger aus, die vom Abstrakten Expressionismus beeinflußt sind. Indem er jeglichen nicht zum Thema gehörenden Hintergrund wegläßt, zwingt er den Betrachter, sich auf die zentral plazierte Figur zu konzentrieren (siehe Abbildung les001 und les002).

o       Robert Indiana, nach seiner Rückkehr in die USA ließ er sich in New York nieder. 1955 lernte er Ellsworth Kelly (1923 geb. New York) kennen, dessen >Hard-edge<-Abstraktion in den späten fünfziger Jahren seinen Stil grundlegend beeinflußte. Ab 1961 schuf Indiana strenge Abbildunger mil großformatigen, mit einer Schablone aufgebrachten Buchstaben und >Hard-edge<-Mustern, die erneut den Einfluß von Kellys Werk belegen. Indianas Übernahme der minimalistischen Erscheinungsformen von Schildern und kommerziellen Zeichen in diesen Abbildungern veranschaulicht sein Bestreben, die Erfahrung des modernen Amerika einzufangen, ein Ziel, das sich auch in seiner Entscheidung widerspiegelt. (siehe Abbildung ind002 und ind003).

§         Anläßlich der Veröffentlichung des Werkverzeichnisses der Druckgraphik und Plakate von Robert Indiana, Edition Domberger Stuttgart – New York von 1971, schrieb William Katz, Associate Professor, 
University of Texas at Dallas in der Einleitung unter anderem: >In der Art, wie er arbeitete, destillierte er jenen Zug amerikanischer Direktheit, der ihre Form von Intimität ist - den hellen Schimmer des amerikanischen Optimismus, unter dessen Hülle ein harter, schneller Sinn für pragmatische Realität, sogar Zynismus, steckt. Generosität, die von ihren formalen Kontexten abgemildert wird. Durch sein Leben und Arbeiten wurde Robert Indiana zum Maler amerikanischer Wörter, zum Maler amerikanischer Zeichen und Symbole, zum Maler der American Dreams (denn Amerika hat immer noch Träume). Seine Aufmerksamkeit schuf ein oeuvre, das eine Art innerer Landschaft Amerikas zu konstituieren begann<.  

Mit der Pop Art seit dem Beginn der sechziger Jahre wurden die Werbung, die Comics thematisiert. Die Pop Art in Amerika lief ohne Konzept, es gab kein Manifest wie in der Ära des Abstrakten Expressionismus (Nouveau Realisme). Die Mehrzahl derer, die später die Kerngruppe Abbildungen sollten, distanzierte sich sogar zum einen oder anderen Zeitpunkt von diesem Begriff. Spätestens 1961 aber, als immer häufiger Roy Lichtenstein, Andy Warhol, Tom Wesselmann, Jim Dine, James Rosenquist und Claes Oldenburg in den Vordergrund traten, wurde klar, daß zwei unterschiedliche Strömungen von >New Realism< oder >Neo-Dada< zusammengeflossen waren, um ein doppelgleisiges amerikanisches Genre zu Abbildungen, obgleich alle sechs Künstler Möglichkeiten erforschten, ihre Kunst vom Abstrakten Expressionismus zu säubern. Man muß zur Kenntnis nehmen, daß die Pop Art den Zeitgeist verkörperte und auch gesellschaftskritische Themen bearbeitete. 

Wesselmann und Rosenquist besetzten ein weniger klar umrissenes Terrain, wobei

Allesamt gelernte und versierte Werbekünstler in verschiedenen Sparten, ließen sie sich durch die neuen Möglichkeiten, die Robert Rauschenberg und Jasper Johns in (geb. 1930 Augustas, Georgia USA) ihrer Kunst angedeutet hatten, wie auch durch bestimmte Aspekte der von ihnen ursprünglich praktizierten Gebrauchskunst inspirieren, um eine Sprache in der Hohen Kunst zu finden.

Unter den Malern galten die Bemühungen nach wie vor in erster Linie Kompositionen, die  frei von Illusionen die ganze Abbildungfläche ausfüllten. Oldenburg, Wesselmann und Dine drangen durch ihre spezielle Art der Konstruktionen in diesen Raum ein. Die Gruppe verwendete anti-naturalistische Farben in Ihren Arbeiten an, so zum Beispiel

Andy Warhol war der erste, der 1949 als frischer Absolvent des Pittsburgher Carnegie Institute of Technology in New York eintraf. Er wurde bald einer der erfolgreichsten Illustratoren von New York. Seine Zeichnungen wurden regelmäßig ausgestellt, 1956 sogar im Museum of Modern Art .

1958 war er genauestens darüber informiert, was Rauschenberg und Jasper Johns machten, und sein sehnlichster Wunsch war ebenfalls die Anerkennung zu bekommen, die diesen beiden in der Kunstwelt schon hatten.

Roy Lichtenstein, ein Veteran mit einem Magistergrad von der Ohio State University und einer AusAbbildungung als technischer Zeichner, siedelte erst 1963 nach New York um, hatte dort aber bereits 1951 seine erste Einzelausstellung und zeigte 1952 seine halb abstrakten, halbrealistischen Abbildunger. Lichtenstein wandte sich 1960 unter dem Einfluß von Allan Kaprow und dem Kreis der Rutgers University einer Pop-Abbildungsprache zu.

Als nächster kam 1955 James Rosenquist von Minnesota nach New York. Nachdem er als Maler großflächiger Reklamewände ungewöhnliches Talent bewiesen hatte, erhielt er ein Stipendium für die Art Students League und machte im gleichen Jahr die Bekanntschaft mit Robert Indiana. Gegen 1957 war er auch mit Johns, Rauschenberg und Ellsworth Kelly persönlich bekannt, und 1959 nahm er in einem von Robert Indiana und Jack Youngerman organisierten Kurs Zeichenunterricht, an dem auch Claes Oldenburg teilnahm.

Nach dem Besuch der Yale University und des Art Institute of Chicago sowie einer vorübergehenden Tätigkeit als Zeitschriften-Illustrator war Claes Oldenburg 1956 nach New York umgesiedelt, wo er in der Bibliothek der Cooper Union School of Art and Architecture arbeitete.

Im gleichen Jahr erhielt Tom Wesselmann (B. A. in Psychologie, University of Cincinnati) ein Stipendium für eine AusAbbildungung zum Cartoonisten an der Cooper Union School. 

Die Pop Art in den USA befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt, Museen in New York, Washingten und Housten bemühten sich gleichzeitig um die neue Avantgarde, die zum Teil auch als Neo-Dada,  New Realism, Common Object Painting oder auch als Neo-Surrealism bezeichnet wurde. Hans Terwege

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