Indiana, Robert

Maler und Graphiker

geboren 1928 New Castle, Indiana

Mit bürgerlichem Namen Robert Clark, besuchte er von 1949 bis 1953 das Art lnstitute of Chicago und verbrachte danach den Sommer 1953 an der Skowhegan School of Painting and Sculpture in Maine. Für das Universitätsjahr 1953-54 schrieb er sich an der University of Edinburgh ein. Nach seiner Rückkehr in die USA ließ er sich in New York nieder. 1955 lernte er Ellsworth Kelly kennen, dessen >Hard-edge<-Abstraktion in den späten fünfziger Jahren seinen Stil grundlegend beeinflußte. Als er 1956 in Coenties Slip ein neues Studio bezog, zählten nicht nur Kelly und andere abstrakte Maler wie Jack Youngerman und Agnes Martin, sondern auch ein weiterer künftiger Pop-Künstler, James Rosenquist, zu seinen Nachbarn. Von 196o bis 1962 stellte Indiana überwiegend aus Holz und anderen>Objets trouvés< bestehende Konstruktionen her, namentlich eine Serie von Herms (Hermen), die, wie ihre antiken Vorgänger, große hölzerne Phalli aufweisen und häufig mil Metallrädern bestückt sind, welche wie bei Hole (Loch, 196o) - an antike Triumphwagen erinnern. Die auf das Loch weisenden Pfeile durchkreuzen in diesem Fall tautologisch die männliche Symbolik. Ab 1961 schuf lndiana strenge Bilder mil großformatigen, mit einer Schablone aufgebrachten Buchstaben und >Hard-edge<-Mustern, die erneut den Einfluß von Kellys Werk belegen. Indianas Übernahme der minimalistischen Erscheinungsformen von Schildern und kommerziellen Zeichen in diesen Bildern veranschaulicht sein Bestreben, die Erfahrung des modernen Amerika einzufangen, ein Ziel, das sich auch in seiner Entscheidung widerspiegelt, den Namen seines Herkunftslandes anzunehmen. Die Bilder beinhalten häufig auch persönliche Bezüge, wie bei Eat/Die (Essen/ Sterben, 1962), das unter anderem an das letzte Wort seiner Mutter »Essen« erinnert. Mehrere der Zeichen-Bilder der Jahre 1961 und 1962 stehen in Zusammenhang mit seiner Vorliebe für amerikanische Schriftsteller wie Herman Melville, während eine Reihe von Arbeiten des Jahres 1963, in denen die Zahl Fünf vorkommt, eine Referenz an I Saw the - Figure Five in Gold (1928) von Charles Demuth, einem von ihm sehr verehrten Künstler, darstellen. 1966 begann er eine Folge von Gemälden, die das Wort >Love< zum Gegenstand haben - gleichsam eine Verkörperung des in diesem Jahrzehnt herrschenden Idealismus-, und in großformatigen Aluminiumskulpturen übertrug er sie darüber hinaus in die Dreidimensionalität. Auch in der Folgezeit entwickelte Indiana die Zeichen-Bilder der sechziger Jahre in Form von Gemälden, Aluminiumskulpturen, gelegentlichen Konstruktionen und stählernen Love-Skulpturen im öffentlichen Raum weiter.
P. C.
Robert Indiana,
Ausst. Kat. v. John W. McCoubrey, Institute of Contemporary Art, Philadelphia, Marion Kooger McNay Art Institute, San Antonio, Texas, Herron Museum of Art, Indianapolis, 1968 Wood Works: Constructions Boy Robert Indiana, Ausst. Kat. v. Virginia MacCord Mecklenburg, National Museum of American Art, Smithsonian Institute, Washington, D. C., 1984 - Carl J. Weinhardt jr., Robert Indiana, New York 1990.
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